Dermofeel® GSC palm oil free (Glyceryl Stearate Citrate)

Dermofeel® GSC POF

Der Emulgator mit deutlich »befeuchtender« Haptik

INCI: Glyceryl Stearate Citrate

Dermofeel® GSC POF (»POF« bedeutet »palm oil free«) der Evonik/Dr. Straetmans GmbH  mit der INCI-Bezeichnung Glyceryl Stearate Citrate ist in seiner Variante aus Palmöl ein seit Jahren in der Kosmetikindustrie bekannter und bewährter kosmetischer O/W-Emulgator. Dermofeel® GSC palm oil free basiert auf aus europäischem Rapsöl gewonnenen Mono-, Di- und Tri-Estern der Stearinsäure, verestert mit Zitronensäure. Dermofeel® GSC palm oil free gehört zur Gruppe der sogenannten α-Hydroxysäure-Estern, die als sehr gut hautverträglich gelten. Die exakte Komposition aus diesen Estern und ihr Anteil am Gesamtprodukt ist firmenspezifisch und prägt seine spezifischen Eigenschaften hinsichtlich des Grades seiner Hydrophilie bzw. Lipophilie. Dermofeel® GSC palm oil free liegt als weißes Pulver vor und schmilzt bei ca. 58–62 °C.

Emulsionen mit Dermofeel® GSC palm oil free

Glyceryl Stearate Citrate

  • CAS-Nummer: 55840-13-6 / 91744-36-4
  • HLB-Wert: 12
  • Funktion: O/W-Emulgator für Emulsionen zwischen 20–40 % Fettphase
  • Klasse: anionisch
  • Dosierung: 0,5–4 %
  • Kosmetischer Einsatz: Lotionen und Cremes für verschiedene Einsatzzwecke, Duschprodukte
  • Verarbeitung: Bei ca. 75–80 °C in der Fettphase aufschmelzen, Fett- in die Wasserphase einrühren, alternativ One-Pot-Verfahren möglich.

2011 brachte die damals noch als Dr. Straetmans Chemische Produkte GmbH agierende Firma das palmölfreie Pendant auf dem Markt, erkennbar an seinem Namenszusatz »POF«, d. h. »palm oil free«. Das rein pflanzliche Dermofeel® GSC POF enthält weder Konservierungsmittel noch Antioxidantien oder andere Zusätze und wurde nicht an Tieren getestet. Die Herstellungsverfahren nutzen umweltfreundliche Kondensationsreaktionen. Damit erfüllt das Produkt die Anforderungen aller naturkosmetischen Standards von ECOCERT, BDIH, NaTrue und Cosmos.

Dermofeel® GSC palm oil free ist anionisch, das bedeutet, dass es in wässriger Lösung negativ geladene Ionen ausbildet. Diese negativ geladenen Ionen umhüllen die Grenzflächen der ummantelten inneren Phase, den Öltröpfchen in der Emulsion, und stoßen diese von einander ab.

Anionischer Emulgator solo (oben) und in Kombination mit einem nichtionischen Emulgator (unten)

In der oberen Abbildung sehen Sie ein Öltröpfchen in einer Emulsion, die ausschließlich mit dem anionischen (negativ geladenen) Dermofeel® GSC palm oil free hergestellt worden ist. Die negativ geladenen Ionen sorgen dafür, dass die Öltröpfchen gegenseitig auf Abstand gehalten werden – an sich ein sehr guter, emulsionsstabilisierender Effekt. Allerdings bleiben dadurch auch die Emulgatormoleküle an der Grenzfläche auf Abstand – gleiche Ladungen stoßen sich ab – und lassen Lücken im Grenzflächenfilm. Anionische Emulgatoren werden daher in der Regel mit anderen Emulgatoren kombiniert.

In der unteren Abbildung wird deutlich, welche Vorteile eine Kombination aufweist: Hier sehen wir ein Öltröpfchen in einer Emulsion, in der Dermofeel® GSC palm oil free mit einem nichtionischen Emulgator kombiniert worden ist. Beide füllen jeweilige Lücken aus und sorgen zusammen für eine dichte Belegung des Grenzflächenfilms.

In der Kosmetikindustrie ist die Kombination von Glyceryl Stearate Citrate und Glycerinstearat mit HLB 4 ein bewährter Klassiker. Diese Kombination entspricht den INCI eines bis heute bekannten und im Handel erhältlichen Hobbythek-Produkts: Lamecreme.

Emulsion mit Dermofeel® GSC palm oil free

Kosmetischer Einsatz und Verarbeitung

Dermofeel® GSC palm oil free ist ein Emulgator mit einer sehr angenehmen Sensorik: Emulsionen lassen sich weich auftragen und bilden einen leichten, befeuchtenden und kaum spürbaren Schutzfilm, ohne aufzuliegen. Seine Wirkung resultiert aus der Zitronensäure, die analog hauteigener organischer Säuren Wasser bindet und dieses durch ihre Affinität zu den Korneozyten in der Hornschicht festhält. Die an die Zitronensäure gebundenen Fettsäuren wirken rückfettend und mindern den transepidermalen Wasserverlust.

Mit Dermofeel® GSC palm oil free lassen sich Lotionen, Fluids und Cremes zwischen 20–40 % Fettphase realisieren. Durch unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Emulgatoren und Koemulgatoren haben Sie die Kontrolle über die Konsistenz, den Grad der Okklusion und das Wasserfreigabeverhalten der Emulsionen. Ich habe Dermofeel® GSC palm oil free gezielt mit Phospholipon® 80 H, Emulprot® (heute Symbioprot® M) und Bergamuls® ET-1 getestet, um Emulsionskonzepte ohne die klassischen Fettalkohole zu realisieren. Die Emulsionen sind in der Viskosität leichter als klassisch konzipierte Emulsionen, auf der anderen Seite prägen die verwendeten Fette deutlich Textur und Haptik der Emulsionen, da die »trockene«, matte Charakteristik der Fettalkohole fehlt.

Heike

Tipp

Ohne Fettalkohole und mit oben genannte Emulgatoren kombiniert wirken Emulsionen mit Dermofeel® GSC POF deutlich rückfettender und weniger matt. Probieren Sie einmal 4 % kosmetische Maisstärke in etwas reinem Alkohol zu dispergieren, lassen Sie diese Mischung einige Minuten stehen (damit der Alkohol keimtötend wirkt) und rühren Sie die Mischung in die handwarme Creme. Die Stärke wirkt haptisch mattierend und mindert den rückfettenden Charakter. Wer Zeit mitbringt und die Möglichkeiten hat, kann die Stärke in die erhitzte Wasserphase geben, kräftig dispergieren und sie dort unter kontinuierlichem Rühren ca. 15 Minuten bei dieser Temperatur hydratisieren. Die Stärke nimmt das Wasser samt der darin gelösten Wirkstoffe auf und bildet Depots aus.

Auch in Duschprodukten lässt sich dieser Emulgator einsetzen, um die Viskosität von Tensidprodukten zu erhöhen, die nicht mit Salz angedickt werden können. Dermofeel® GSC palm oil free ist pH-Wert-tolerant und elektrolyte-unempfindlich.

Dermofeel® GSC palm oil free wird optimal bei ca. 75–80 °C in der Fettphase aufgeschmolzen. In der Verarbeitung toleriert er verschiedene Methoden, auch das One-Pot-Verfahren ist möglich (beide Phasen werden in ein Gefäß zusammengegeben – »one Pot« – und dann erst dispergiert). Hohe Scherkräfte sind empfehlenswert.

Dosierung

Je nach Einsatzbereich und Kombination haben sich folgende Einsatzkonzentrationen bewährt:

Fluids, Lotionen2–3 %
+
1–2 % Koemulgator/Konsistenzgeber
Cremes3– 4 %
+
1–3 % Koemulgator/Konsistenzgeber
als Koemulgator0,5–2 %
In Tensidprodukten2 %
Heike
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