Wenn ich mich auf interessanten Webseiten festlese, kommt immer der Moment, in dem ich wissen möchte, wer eigentlich dahinter steckt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Webseiten – heute sehr selten geworden – guten Content bieten und werbefrei sind bzw. ohne Affiliate-Programme oder Pay Wall arbeiten. Vielleicht haben Sie sich ja auch schon gefragt: Wer ist eigentlich »Heike Käser«? Wie ist Olionatura® zur Marke geworden?
Auch wenn meine Publikationen von ihr durchdrungen sind: Studiert habe ich »kosmetische Chemie« nicht. Mein Abitur 1982 war ein naturwissenschaftliches, mein Pädagogik-Studium künstlerisch und sprachlich orientiert, bis 2026 habe ich »Digitale Gestaltung« an einem Berufskolleg unterrichtet, mehrere Jahre »Webdesign« an einer Universität gelehrt und Seminare (Einsatz von Pflanzenölen in der Kosmetik, Grundlagen der Kosmetikherstellung) in der freien Wirtschaft angeboten, Berufsabschluss- und Hochschulprüfungen durchgeführt. Mittlerweile blicke ich auf über 30 Jahre didaktische Fachexpertise zurück. Wie, werden Sie sich fragen, kommt jemand mit diesem thematisch »bunten« Hintergrund zum Thema »Naturkosmetik selber machen«? In diesem Beitrag erzähle ich Ihnen meine ganz persönliche »Rührbiographie« und wie aus Olionatura® die bekannte Naturkosmetik-Lernplattform geworden ist.
Stefanie Faber
1978
Mit 15 Jahren fiel mir ein Buch von Stephanie Faber in die Hände, »Das Rezeptbuch für Naturkosmetik«. Ich war pflanzenbegeistert und entdeckte mit diesem Buch einen neuen Kosmos. Das erste kosmetische Produkt, eine Kampferlotion gegen unreine Haut, wurde enthusiastisch umgesetzt, brachte jedoch nicht den erwünschten Erfolg: Wachsig und schwer in Konsistenz und Haptik hatte sie eine fatale Wirkung auf meine pubertäre Haut und brachte das zum Blühen, was sie eigentlich hätte mildern sollen. So beschränkte ich mich in den folgenden Jahren auf einfache Rezepte wie Heilerde-Masken, Gesichtsdampfbäder auf Kräuterbasis und Haarspülungen mit Kräuteraufgüssen und Apfelessig. Ich war von Pflanzen fasziniert und verbrachte Stunden mit meinem Hund in der Natur, mit einem Pflanzenbestimmungsbuch aus der Stadtbibliothek in der einen Hand und dem Sammelkorb in der anderen. In Leverkusen-Schlebusch gab es damals das über die Grenzen Leverkusens hinaus bekannte »Kräuterhaus Gerd Krey«, in dem ich mein Taschengeld in getrocknete Kräuter investierte, die ich nicht vor Ort sammeln konnte. Ich liebte das Kräuterhaus, den Holztresen, den würzig-aromatischen Duft beim Betreten der Räume – für mich war dieser Ort voller Geheimnisse.
Meine schönste Erinnerung an diese Zeit ist übrigens eine selbst hergestellte Schüttellotion aus Mandelöl und Rosenwasser aus der Apotheke – sie roch göttlich und machte zarte und rosige Haut – auch wenn, wie ich heute weiß, das Rosenwasser garantiert ein Rosenwasser nach Deutschem Arzneimittelbuch (DAB), (glücklicherweise) konserviert und das Mandelöl raffiniert war.
Jean Pütz
Die 1980er Jahre
In den 1980ern gelang es Jean Pütz mit seiner »Hobbythek«, privat interessierte Menschen für die Herstellung von Kosmetik zuhause zu begeistern. Zu seinem Konzept gehörten nicht nur verständliche Anleitungen und einfache Formulierungen zur Umsetzung in der heimischen Küche, sondern die Möglichkeit, eine breite Palette an Inhaltsstoffen quasi »nebenan« zu kaufen. Ich war fasziniert und dennoch nicht überzeugt – vielleicht weil ich vielen Zutaten nicht recht traute und das Gefühl hatte, nun einen anderen kommerziellen Markt zu bedienen? Raffinierte Öle und Buttern, isolierte Wirkstoffe und Fluids mit Phantasienamen, bei denen vor allem damals nicht nachzuvollziehen war, welche Handelsprodukte wirklich dahinterstecken – mich störte das, mir fehlte Transparenz. Heute ist mir bewusst, dass diese Bezeichnungen vor allem markenrechtliche Gründe hatten.
Ich gestehe: Auch die Haptik der Cremes empfand ich persönlich als unangenehm; sie waren mehrheitlich eher »schwer«, wachsig, »unelegant«. Ich streifte die Hobbythek daher nur kurz und kehrte zu meiner Naturkosmetik aus dem Reformhaus zurück, die ich zu dieser Zeit für mich entdeckt hatte.
Die Marken wechselten und wurden mit zunehmender finanzieller Liquidität immer hochpreisiger. Meiner Haut brachte dies keinen Vorteil: Ich entwickelte bereits in meinen »mittleren 20ern« eine ausgeprägte Barrierestörung mit daraus resultierendem Feuchtigkeitsmangel und Rötungen. In meiner Verzweiflung nutzte ich schließlich drei (!) Pflegeprodukte über einander, die ich regelmäßig nachkaufte: Ein Hyaluronserum (kennt jemand noch »Quenty Forty« von Bayer?), ein Feuchtigkeitsfluid und ein Ceramidefluid von Annemarie Börlind. Ich brauchte alle drei – ein Produkt alleine konnte damals meiner Haut nicht das geben, was sie benötigte. Kleiner Spoiler vorweg: Mein selbst konzipiertes Feuchtigkeitsfluid alleine schafft heute locker das, was Ende der 1980er nur alle drei Produkte vermochten – und das, obwohl ich heute mehr als 35 Jahre älter bin.
Erste Schritte im Internet
2004
2004 hatte ich ein Schlüsselerlebnis: Ich stieg nach Jahren der Nutzung chemischer Oxidationsfarben auf Pflanzenhaarfarben um. Innerhalb weniger Monate wurde aus meinem von blondierten Strähnchen spröde und glanzlos gewordenen Haarschopf ein gesunder und frisierwilliger. Diese überzeugende Wirkung reiner Naturprodukte beeindruckte mich sehr. Die Preise meiner Gesichtspflegeprodukte – siehe oben – beeindruckten mich allerdings auch – und ich fragte mich 2005, ob ich nicht einen neuen Versuch starten solle, meine eigene Naturkosmetik herzustellen. Das boomende Internet in den frühen 2000ern bot private Webseiten, Blogs, Foren – und versprach Lösungen.
Die ersten, nach dieser langen Pause ausprobierten Rezepte einer privaten Hobby-Kosmetik-Webseite, die ich im Internet fand, enttäuschten: Haptik, Auftragsverhalten und Wirkung der gerührten Produkte waren in keiner Weise das, was ich von meinen bevorzugten naturkosmetischen Kaufprodukten kannte. Ich war ernüchtert – und fest entschlossen, zu lernen. Ich musste lernen … meiner Haut ging es sehr schlecht, und je mehr ich gegen die Symptome »ancremte«, desto sensibler und trockener wurde sie.
Durch verschiedene Foren angeregt nahm ich den Faden wieder auf und begann mit den Recherchen zu einer alternativen Formulierung für meine Kauf-Feuchtigkeitsfluids. Ich wusste, was ich wollte: Eine haptisch leichte, fluide Textur, die befeuchtet und schützt, mit nativen Pflanzenölen, Hyaluronsäure, Pflanzenauszügen – und Ceramiden. Und: Am besten alles in einem Produkt! Was ich nicht wollte, wusste ich auch: Mineralölderivate, Parabene, PEG-Derivate sowie unnötige Hilfsstoffe. Allerdings muss man diese erst einmal erkennen! Das Internet bot Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch, aber in diesen stieß ich primär auf Aussagen, die nicht eindeutig, widersprüchlich, teilweise offenkundig falsch waren. Ein fachlicher Austausch auf hohem Niveau erwies sich als schwierig. Was also tun?
Olionatura.de
2006
Ich wollte mehr wissen. Ich wollte objektive und seriöse Informationen, Antworten auf meine unzähligen (auch kritischen) Fragen, Produkttransparenz und vor allem: Echtes Verstehen. Viele Monate verbrachte ich mit Recherchen, sprach persönlich mit Chemikern und Produktentwicklern von Herstellerfirmen, durchforstete wissenschaftliche Veröffentlichungen, kaufte und entlieh dermatologische Bücher, besuchte und befragte Fachleute und erstellte mir nach und nach meinen ganz persönlichen Fundus an thematisch breit gefächerten, vertiefenden, einzigartigen Informationen. Diese Informationen wollte ich teilen – über eine selbst gestaltete und eigenhändig im Quellcode realisierte Webseite. Wenn schon, denn schon.
Kennen Sie das? Manchmal fügen sich die Dinge im Leben so, dass man plötzlich alle tief empfundenen Neigungen ausleben kann. Bei mir ist es die tiefe Liebe zur Natur (und damit verbunden die Faszination, mich ihr neben einer spirituellen Verbundenheit durch das Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge nah zu fühlen), die Freude an meiner wunderschönen Muttersprache, der Vielfalt ihrer Ausdrucksmöglichkeiten, das grafische und typografische Gestalten, das kreative Spiel mit Farben, Formen und Schrift, die Arbeit mit Computern, das Schreiben von Quellcode – und die Freude an der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten! In diesem Fall hat sich alles in Olionatura.de zu einem großen Ganzen geformt: Hier kann ich forschen, schreiben, Inhalte so aufbereiten, dass Interessierte sie gerne lesen, durch verschiedene Medienangebote verstehen und für sich nutzen können. Olionatura ist alles: Es geht nicht nur um pure Inhalte, es geht auch um ein Spiel der Sinne, um Sprache, um Bilder, um Kommunikation, um Technik – und ums Lernen. Lernen ist mein tiefes, inneres Bedürfnis. Wir sind Lernende – und bleiben es im Idealfall unser ganzes Leben lang.
Im Herbst 2006 startete ich mit mit meiner Webseite Olionatura.de, um meinen persönlichen Weg des Lernens und meine Erfahrungen öffentlich zu teilen. Im Rückblick und durch das persönliche und durch E-Mails vermittelte Feedback meiner Leserinnen und Leser weiß ich heute, dass Olionatura dem damaligen Bedürfnis vieler Menschen nach transparenter und verständlicher Information über Hautpflege und Naturkosmetik entsprochen hat. Offenbar war 2006 die richtige Zeit, dieses wunderbare Hobby zu einem Handwerk zu entwickeln und ihm mit dem Anspruch zu begegnen, das, was man tut, so gut und so reflektiert wie möglich zu tun. Meine Arbeit an Olionatura.de führte, ohne dass ich dies forciert oder gar geplant hätte, mit zunehmenden Bekanntheitsgrad zu neuen Möglichkeiten, moderne Rohstoffe für Endverbraucher verfügbar zu machen: Firmen schickten mir bereitwillig Produktproben, und Onlineshops sahen ihre Chance und nahmen Rohstoffe, die ich als sinnvoll empfand, in ihr Sortiment auf – durchaus eine Win-Win-Situation. Heute können »Selbstrührer« auf ein breites Sortiment an Rohstoffen zurückgreifen.
Besonders geprägt hat mich damals die Arbeit von Prof. A. M. Kligman, dessen Forschungen zur Bedeutung der Hautbarriereschicht bis heute wegweisend für die Entwicklung wirksamer hautphysiologischer Pflegeprodukte ist. 2006 war diese korneotherapeutisch orientierte Perspektive in der »DIY-Kosmetik« eine absolute Revolution – ebenso wie die Erkenntnis des Einflusses hoher Scherkräfte auf die Qualität von O/W-Emulsionen, die ich 2007/2008 erstmalig auf Olionatura.de teilte. Damals noch belächelt, lässt es sich heute kaum ein DIY-Kosmetik-Autor nehmen, die Wichtigkeit hoher Scherkräfte zu betonen. »Hochtouriges Rühren« ist heute in der Selbstrührerszene anerkannter Standard. Eine dritte, auf Olionatura.de erstmalig publizierte Erkenntnis verbreitet sich zunehmend: Der Blick auf die oxidative Stabilität pflanzlicher Öle und wie man sie in Produkten für den Tag oder die Nacht sinnvoll nutzen kann. Fakt ist: Die meisten Chemiker in der Kosmetikindustrie haben derzeit im Studium und in der Ausbildung mit ganz anderen kosmetischen Rohstoffen gearbeitet, bei denen die oxidative Stabilität der verwendeten, minderalölbasierten Kosmetiköle keine große Rolle spielte. Chelatbildner und Tocopherole waren in der Regel ausreichend. Erst der Verbraucherwunsch nach natürlicher Kosmetik rückte pflanzliche Öle in den Fokus. Ich kann mich noch erinnern, als mich 2010 ein großer deutscher Anbieter pflanzlicher Öle buchte: Um Großkunden aus der Kosmetikindustrie kompetent beraten zu können, wurden die eigenen Mitarbeiter entsprechend geschult. Mir hat diese Voraussicht bereits damals sehr imponiert. Mittlerweile bieten moderne Firmen gezielt Produkte für die Nacht an bzw. empfehlen, solche mit einem höheren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bevorzugt für die Nachtpflege zu nutzen.
Ein wachsendes Verständnis für hautphysiologische Prozesse und in welcher Weise naturkosmetische Rohstoffe in diese eingreifen, half mir mehr und mehr, gute (die Gesundheit und Funktionen der Haut unterstützende) Formulierungen zu realisieren – die ersten Jahre nur für mich, später auch für andere Menschen, die aus ihrer Leidenschaft für gute Kosmetikprodukte einen Beruf gemacht haben. Ich hätte 2006 nie vermutet, wie viele Menschen diese Webseite einmal begleiten und motivieren würde. Für mich ist in dieser Hinsicht ganz besonders wichtig, dass Sie meine Quellen der Informationen nachvollziehen, ihre Seriosität wertschätzen und mit ihrer Hilfe zu eigener Kompetenz und Unabhängigkeit finden.
Die Rührküche
2007
2007 ging das Forum »Rührküche« online, gezielt mit dem Anspruch gegründet, sowohl Raum für einen fachlichen Austausch zu bieten als auch Einsteiger darin zu unterstützen, mit Hilfe erfahrener »Selbstrührer« die ersten Schritte zu tun. Seit 19 Jahren bietet sie Interessierten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und behauptet sich nach wie vor neben den Social-Media-Kanälen der letzten Jahre, auch wenn die »DIY-Kosmetik-Szene« in den letzten Jahren deutlich ruhiger geworden ist.
Buchveröffentlichungen
ab 2010
2010 folgten die ersten Buchveröffentlichungen und meine ersten Seminare als freiberufliche Dozentin in der Kosmetikindustrie und bei verschiedenen Veranstaltern im Heilpflanzen- und Aromatherapie-Segment.
Naturkosmetik-Seminare
2015
2015 realisierte ich meinen Herzenswunsch: Ich startete mit Naturkosmetik-Seminaren vor Ort in Leverkusen, bewusst mit dem Ziel, mein Fachwissen auch für privat Interessierte anzubieten. Die Resonanz war überwältigend! Bis heute durfte ich Gäste aus ganz Europa begrüßen: Aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden, aus Belgien, Frankreich, Italien bis hin nach Island – und aus der schönen Schweiz! Für mich ist es ein wunderbares Feedback, dass sehr viele Teilnehmer:innen seit Jahren immer wieder buchen. Meine Zielgruppe sind mittlerweile nicht nur privat Interessierte: Ich darf jedes Jahr Inhaber:innen von Naturkosmetik- und Seifenmanufakturen, Mitarbeiter bekannter Rohstofffirmen, Dermatolog:innen, Kosmetiker:innen, Heilpraktiker:innen und Pharmazeut:innem begrüßen. Aktuell biete ich 4 verschiedene Module an, die mit zunehmender Komplexität grundlegendes Basiswissen bis hin zu vertiefendem Fachwissen vermitteln.
Onlineshop
2016–2024
Als ich 2015 begann, meine Seminare anzubieten, wünschten viele meiner Seminar-Teilnehmerinnen, die in den Seminaren verwendeten Pigmente weiter über mich beziehen zu können. Die technischen Voraussetzungen existierten bereits durch die Seminarbuchungs-Funktionen, es fehlt lediglich eine Implementierung der Versandfunktionen. 2016 startete der Versandshop. Er war klein, fein und wurde erstaunlich gut angenommen. Die letzten Jahre machte es mir sehr viel Freude, qualitativ hochwertige Produkte zu recherchieren, zu testen und einzukaufen. Vor allem erschloss ich mir ein Thema, zu dem es im deutschsprachigen Raum kaum fachlich kompetente Ressourcen gibt: Naturkosmetisch orientierte dekorative Kosmetik. Dennoch war mir immer bewusst: Ich bin im Herzen keine Kauffrau, und ich werde den Shop nicht bis zu meinem Ruhestand weiterführen. Mein »inneres Feuer« brennt für andere Dinge. Recherchieren, Forschen, Entwickeln, das Weitergeben dieses Wissens, online, in Büchern, in Seminaren und individuellen Beratungen – das ist meine Welt. 2024 ist es an der Zeit gewesen, neue Wege einzuschlagen und mich wieder auf das zu besinnen, was Olionatura seit 20 Jahren prägt: Das tiefe Bedürfnis, in eine Materie einzusteigen, zu lernen, zu verstehen und diese Erkenntnisse zu teilen. Mit Herrn Recke von Dragonspice fand ich einen Partner, der meine wunderbaren Pigmente, Verpackungen und Pinsel unter eigener Regie weiterführt und meinen Kundinnen und Kunden ermöglicht, sie auch in Zukunft beziehen zu können.
OLIONATURA.DE
Olionatura hat wie keine andere Internetressource zuvor das Herstellen von Naturkosmetik in der heimischen Rührküche und das Rohstoff-Sortiment der Onlineshops verändert: Selbstrühren 2026 nach dem Olionatura-Konzept setzt auf fundiertes kosmetikchemisches und dermatologisches Fachwissen, auf optimale Herstellungsverfahren, auf verantwortungsvolle Konservierung und sinnvoll kombinierte natürliche pflanzliche Öle und Wirkstoffe. Ein hautphysiologisch sinnvoll komponiertes und wirksames Produkt ist immer das Resultat aus mehreren Faktoren. Das habe ich 2006 erkannt, und diese Erkenntnis möchte ich weitergeben, sodass möglichst viele Menschen davon profitierten. Nicht wenige heute erfolgreiche Start-Up-Unternehmen der letzten Jahre konnte ich durch meine Fachbücher, meine online verfügbaren Informationen, meine persönliche Beratung, vor allem jedoch durch meine Naturkosmetik-Seminare unterstützen – und unzählige Menschen, so spiegeln mir die E-Mails der letzten Jahre an mich – haben mit dem auf Olionatura vermittelten Wissen zu einer gesunden Haut gefunden.
Was noch kommt …
2027
Für 2027 plane ich ein neues großes Projekt, an dem ich bereits seit Januar mit Hochdruck arbeite. Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. »Im Hinterkopf« habe ich diese Idee schon seit einigen Jahren, aber erst jetzt finde ich Zeit, sie Stück für Stück Realität werden zu lassen. Es ist ein sehr großes Projekt. Wenn Sie meinen Newsletter abonniert haben, werden Sie als erste erfahren, wenn mein neues Herzenzprojekt online geht.

Nun bin ich vorerst am Ende meiner Rührbiographie angekommen. Meine Haut spiegelt mir, dass mein Lernen die letzten Jahre erfolgreich war: Sie ist gut versorgt, spannt nicht, kommt im Vergleich zu 2004 gut über den Winter und benötigt nur noch sehr wenig Pflege. Das ist übrigens sehr typisch für exzellente, selbst hergestellte Naturkosmetikprodukte: Man braucht extrem wenig von ihnen.
Nach wie vor – trotz meines rationalen und naturwissenschaftlichen Blicks auf die Dinge – fasziniert mich am Selbstrühren, dass ich am Prozess der Entstehung vieler pflanzlichen Ingredienzien selbst intensiv beteiligt bin: Wer einmal morgens mit einem Korb losgezogen ist und Kräuter gesammelt, sie verlesen und in Öl oder Alkohol angesetzt oder zu einem duftenden Destillat verarbeitet hat, wer die Gläser täglich bewegt und zugesehen hat, wie die Blüten oder Blätter ihren Duft, ihre Farbe und ihre Wirkstoffe an die Trägersubstanz abgeben, verfügt über einen anderen Grundstoff als wenn er eine Pflanzenessenz im Internet bestellt. Es ist eine Erfahrung, Jahreszeiten bewusst wahrzunehmen und ihren Rhythmus im Wachstum der Pflanzen mit zu erleben. Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter sind nicht nur eine Abfolge unterschiedlicher Wetterprozesse und kalendarischer Ereignisse, sondern kennzeichnen Perioden, in denen ich meine »Schätze« sammle und aufbereite. Ich habe die Umgebung, in der ich wohne, unter einer ganz anderen Perspektive kennen gelernt: Nun kenne ich Orte, wo echtes Mädesüß wächst, wo ich Beinwell finde, Odermennig oder wild wachsende Kamille. Auch wenn ich Wirkstoffe ergänze, in bestimmten Situationen zu einem die Rezeptur stabilisierenden Esteröl greife, so sind die natürlichen Rohstoffe das Herz jeder Formulierung. Jede Entscheidung ist begründet und hat ihren Sinn.
