Süßholzwurzel, getrocknet

Süßholzwurzel

Irritationsmildernd und entzündungshemmend

INCI: Glycyrrhiza glabra L.

Das Süßholz ist eine ausdauernde, zu den Leguminosen gehörige Staude, die im Laufe der Zeit aus ihrer Pfahlwurzel ein stark verholztes Rhizom entwickelt. Sie wird vor allem in warmgemäßigten bis subtropischen Mittelmeerländern angebaut, unter anderem in den ehemaligen GUS-Ländern, in West- und Mittelasien sowie in Australien und Amerika.

Begehrt ist die Wurzel der Pflanze, die vom Spätherbst bis zum Frühjahr vor Neuaustrieb geernet wird. Süßholzwurzeln gelangen als geschälte oder ungeschälte Stücke (in der Regel Wurzelausläufer, selten die Hauptwurzel) in den Handel.

Süßholzwurzel, getrocknet

Glycyrrhiza glabra L.

  • Familie: Fabaceae (Schmetterlingsblütengewächse)
  • Synonym(e): Lakritzenwurzel, Lakritze
  • englisch: Licorize
  • französisch: Réglisse
  • Inhaltsstoffe: (Pentacylische) Terpene (u. a. das Saponin Glycyrrhizinsäure in Form von Kalium-, Ammonium- und Calciumsalz), Saccharose (ca. 5 %), Glucose (ca. 2,5 %), Stärke (20–30 %), Flavonoide, Cumarine, ätherische Öle.

Kosmetische Wirkung von Süßholz

Die entzündungshemmende Wirkung des Süßholz beruht vor allem auf seinem Gehalt an Glycyrrhizinsäure und 18β- Glycyrrhetinsäure, die nachweislich die Histamin-Synthese hemmen. Seine antioxidativen Wirkungen sind auf die Flavonoide Glabren und Licochalkon A und B zurückzuführen, die je nach Herkunft der Pflanze bis zu 3mal höher sind als die von Tocopherol (Vitamin E). Hier nutzen wir insbesondere ethanolische Extrakte.

In der Pflege entzündlicher und irritierter Haut können wir wässrige Auszüge als Frischekosmetik nutzen. Das wässrige Ge mildert nachweislich Hautirritationen, verringert Juckreiz und fördert die Wundheilung. Hautsensibilisierungen sind bisher nicht bekannt.

Ein besonders Einsatzfeld in der kosmetischen Industrie ist der Hauptbestandteil der Süßholzwurzel, das Glabridin. Diese Substanz soll in hoher Dosierung in kosmetischen Präparaten Hyperpigmentierungen aufhellen.

Verwendung

Forschungsberichte nennen bevorzugt reines Ethanol als optimal zum Auszug von Süßholzwurzeln. Bei der Herstellung eines ethanolischen Extrakts wird die Wurzel pulverisiert und anschließend im Verhältnis 1:5 mit Ethanol (95 Vol.-%) bei Zimmertemperatur angesetzt. Bei Nutzung eines Magnetrührers, der eine kontinuierliche Durchmischung des Ansatzes gewährleistet, reichen 12 Stunden Extraktionszeit. Alternativ wird der Ansatz 5–7 Tage ausgezogen, wichtig ist hier zwei- bis dreimaliges tägliches Schütteln.

Ich bevorzuge eine Turboextraktion, bei der die pulverisierte Wurzel im Verhältnis 1:10 mit Stabmixer oder Homogenisierer 5 Minuten im Auszugsmittel extrahiert werden und anschließend 24 Stunden abgedeckt sedimentieren. Am nächsten Tag kann die Tinktur gefiltert werden.

Quellen

  • Augustin, Matthias, Hoch, Yvonne (Hrsg): Physiotherapie bei Hauterkrankungen. Urban & Fischer 2004
  • Kim, Su-Jeong, Kweon, Dae-Hyuk, Lee, Jong-Hwa: Untersuchung der antioxidativen Aktivität und Stabilität von Ethanolextrakten aus Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra). In: Korean Society of Food Science and Technology, Volume 38 Issue 4
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