Sanddornfruchtfleischöl

Sanddornfruchtfleischöl

Das zellgenerierende, antioxidative Öl

INCI: Hippophae Rhamnoides (Seabuckthorn Fruit) Oil

Der Sanddorn gehört zur Familie der Elaeagnaceae (Ölweidengewächse) und trägt in seinem Namen – Hippophae  – bereits einen Hinweis auf einen früheren Einsatzbereich: griechisch »hippos« bedeutet Pferd, »phaes« meint leuchtend, denn der Zusatz der Blätter des Strauchs in das Futter sollte glänzendes Fell bewirken. Der Artname rhamnoides (griechisch »rhamnus«) bdeutet Dorn. Gewonnen wird Sanddornfruchtfleischöl durch Kaltpressung und Zentrifugierung des rohen Press-Saftes; alternativ sind CO2-extrahierte Öle aus getrockneten, intakten Sanddornbeeren auf dem Markt.

Sanddornbeeren

INCI: Hippophae Rhamnoides (Seabuckthorn Fruit) Oil

  • Wirkstofföl | Ölgruppe: W-3
  • Jodzahl: 60–70
  • Verseifungszahl: 190–210
  • Schmelzbereich: 10–15 °C
  • Typ: nicht trocknend
  • Spreitwert nach Olionatura®: mittelspreitend
  • Anteile an Unverseifbarem: 1,5–2,3 %
  • Zusammensetzung: Palmitoleinsäure (ca. 32 %), Palmitinsäure (ca. 34 %), Ölsäure (ca. 28 %), Linolsäure (ca. 3 %), Carotinoide, Flavonoide, Tocopherole (ca. 190–330 mg/100 g Öl; primär α-Tocopherol), Phytosterole (u. a. β-Sitosterol, 24-Methyl-Cycloartenol, Isofucosterol).
  • Haltbarkeit (nach Anbruch des Gebindes): ca. 12 Monate
  • Kosmetischer Einsatz: Reife Haut, entzündliche Haut, Akne, sonnengeschädigte Haut (in der After-Sun-Pflege).

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Inhaltsstoffe und kosmetischer Einsatz

Das durch den hohen Gehalt an Carotinoiden orange-rote Sanddornfruchtfleischöl wirkt zellregenerierend, entzündungshemmend und antioxidativ. Es eignet sich hervorragend als Zusatz in Rezepturen für reife Haut, weil es hauteigene Stoffwechselprozesse und die Neubildung von Zellen anregt. Auch geschädigte Haut (z. B. durch einen Sonnenbrand) profitiert von den entzündungshemmenden Wirkungen dieses Öls. Sanddornfruchtfleischöl wird tropfenweise verwendet, da es stark färbt, zudem senkt es durch seinen natürlichen Gehalt an Fruchtsäuren den pH-Wert einer Emulsion. Diese sind auch die Ursache einer erhöhen Säurezahl in der Analyse; dieser in der Regel zwischen 5 und 10 liegende Wert spiegelt in diesem Fall keinen Fettverderb wieder. Die Fruchtsäuren sollten nicht unterschätzt werden; manche AnwenderInnen beobachten bei zu hoher Dosierung die Neigung zu unruhiger Haut und Pickelchen – bitte in normaler Pflegekosmetik wirklich nur tropfenweise verwenden, dann spielt es seine wunderbaren Fähigkeiten aus.

Sanddornfruchtfleischöl, Tropfen
Farbe und Viskosität zweier verschiedener Sanddornfruchtfleischöle
Heike

HINWEIS

Der in der Literatur oft erwähnte Sonnenschutzfaktor liegt bei ca. 1,1 und ist für eine Schutzwirkung nicht ausreichend. Im Gegenteil scheint Sanddornfruchtfleischöl die Photosensibilität zu steigern. Die Palmitoleinsäure zeigt jedoch einen sehr positiven, schützenden Einfluss auf Zellmembrane und mindert die Lipidoxidation hauteigener Fette. Aus diesem Grund ist Sanddornfruchtfleischöl sinnvoll in After-Sun-Produkten oder in Pflegeprodukten für sonnengeschädigte Haut eingesetzt.

Das Fettsäuremuster von Sanddornfruchtfleischöl ist insofern außergewöhnlich, als dass es ca. 30 % der seltenen (sonst primär in tierischen Fetten enthaltenen) ungesättigten Palmitoleinsäure (C16:1) enthält sowie ebenfalls ca. 30 % der gesättigten Palmitinsäure (C16:0). Beide hautphysiologisch sehr wertvollen Fettsäuren verbessern die Spreiteigenschaften dieses viskosen Öls und lassen es gut in die Haut penetrieren.

Beim Kauf sollte man darauf achten, pures Sanddornfruchtfleischöl und dieses bevorzugt aus Bio-Anbau zu erhalten; das Öl ist oft von hohen Anteilen an PAK (polyzyklischen aromatischen Verbindungen) betroffen. Bisweilen wird auch ein Mazerat der Sanddornbeeren in einem billigen Trägeröl angeboten. Neben dem Fruchtfleischöl gibt es auch Sanddorn-Kernöl, das ein anderes Fettsäurespektrum aufweist.

Heike
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